Nadja in der Schweiz

28 Dezember, 2007

Brrr....

...war meine erste Reaktion, als ich am Montag den 17. Dezember nach knapp 24h Reisezeit meine Füsse wieder auf Berliner Boden setzte. Gut, dass Papa einen dicken Pulli zum Flughafen mitgebracht hatte.
Irgenwie hatte ich mir trotz allem eine kräftige Erkältung eingefangen und mein an einer Olive zerbrochene Zahn plagte mich zusätzlich. So verbrachte ich die nächsten zwei Tage damit von russischen Sprechstundenhilfen verwirrt zu werden - " Ihr Arzt ist nicht da, unser Arzt ist nicht da. Fragen Sie mich warum!" - oder als Anschauungsobjekt für technische Neuerungen - " Das was die Frau da hat ist ein Laptop. Was du immer in der Werbung siehst und nicht kennst." (ein älterer Patient zu seiner Frau im Sprechzimmer).
Mit Antibiotika und guten Wünschen ausgestattet, hab ich dann daheim noch eine passable Präsentation hinbekommen. Diese trug im am Donnerstag an der Uni vor und verliess das Gebäude als diplomierte Volkswirtin. Nun habe also auch ich es geschafft. Danke an dieser Stelle an meine zahlreichen Unterstützer, wobei ich besonders Mike, Jule, Jana, Thomas und meinen Eltern danken möchte - für sowohl fachliche Unterstützung als auch der wichtige moralische Beistand!!!
Der Tag fand seinen krönenden Abschluss auf der Eisbahn auf dem Bebelplatz, wo Jule und ich uns als Eisprinzessinnen outeten, und dem anschliessenden Weihnachtsdinner mit Nadine, Jonas und Jule im besten Sushirestaurant Berlins.

Sind wir nicht grazil?


Freitag ging es dann wieder in die Schweiz zurück und die Wiedersehensfreude mit Mike war soooooo groß. Die Feiertage waren sehr friedlich und nicht von übermässiger Völlerei geprägt. Am zweiten Feiertage rieselte dann auch noch Schnee aus den Wolken und machte die Atmosphäre noch weihnachtlicher.
Jetzt gehe ich gleich mal raus und versuche den Mike einzuseifen. Vermutlich wird es in einer schlimmen Niederlage für mich enden - wie immer. Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch in 2008 und noch ein paar schöne, freie Tage.

Eure Nadja

Leider...

... geht auch der schönste Urlaub irgendwann zu Ende und so hiess es am Sonntag 16. Dezember für mich, Abschied nehmen von Kapstadt, Südafrika, neuen liebgewonnenen Menschen und einer wundervollen, unbeschwerten Zeit. Tags zuvor hatten Jule und ich es uns nochmal so richtig gut gehen lassen. Wir haben einen Tag im Mangwanani Spa inmitten der Weinberge von Zewenwacht verbracht. Wir kannten Zewenwacht bereits von meinem Geburtstag, an dem wir dort eine Hot Stone Massage genossen haben. Diesmal gab es das volle Programm - wir wurden von oben bis unten massiert, eingeölt, abgerubbelt und einfach total verwöhnt.


Am Abend fuhren wir ein letztes Mal nach Kapstadt zum Abendessen und es schien, als wolle sich die Stadt mit einem letzten fulminanten Sonnenuntergang von mir verabschieden. Am Sonntag hat es dann auch nur geregnet.

Bye bye Cape Town

ICH KOMME WIEDER!!!

11 Dezember, 2007

Ein gewöhnlicher Sonntag

Zu Hause gehört für mich dazu ein gutes Abendessen und Tatort. Aber ich bin ja nicht daheim und das Wetter ist viel zu schön, um drinnen zu bleiben. Was macht man in Kapstadt also an einem sonnigen Sonntag? Eine Weintour.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es los. Stellenbosch und Umgebung sind das Ziel, denn hier ist ein Weingut neben dem anderen und man weiss eigentlich gar nicht, wo man zuerst anhalten soll. Wir waren auf drei verschiedenen Weingütern.

Neethlingshof - sehr herrschaftlich, mit einer Allee als Auffahrt und Kunst im Garten.

Morgenhof - romantisch, mit alten Pferdeställen und einer grossen Wiese.

Moratie - verwunschen, ein Garten wie im Märchen und dicken Spinnenweben im Weinkeller.


Auf jedem Gut gibt es eine Auswahl von Weinen, die man testen kann und anschliessend auch kaufen. Bei meinem ersten Winetasting vor ein paar Wochen war ich noch unsicher. Was muss ich machen? Worauf achten? Ich kenne mich doch gar nicht aus. Aber es ist ganz einfach: Zuerst schaut man, ob die Farbe gefällt. Dann steckt man die Nase richtig tief ins Glas, sie sollte allerdings trocken bleiben, und riecht. Meist merkt man schon dann, ob der Wein gefällt oder nicht. Dann wird probiert. Nicht das ganze Glas austrinken, sonst schafft man ja nicht mal ein komplettes Tasting. Und dann ist es Geschmackssache - mag man lieber kräftig oder leicht, süss oder pfeffrig. Es gibt so viele Adjektive, um Wein zu beschreiben. Und auch ich bin zu einem richtigen Geniesser geworden.

Mozambique

Eine Woche reicht nie und nimmer!
7 Tage habe ich in Mozambique verbracht. Zuerst am Strand in Inhambane und anschliessend 2 Tage in der Hauptstadt Maputo. Doch wenn man mich jetzt fragt, was das für ein Land ist, da an der Westküste von Afrika, müsste ich leider passen. In der kurzen Zeit habe ich zu wenig gesehen, um Auskunft geben zu können. Was ich schildern kann, sind die verschiedenen Eindrücke, ganz subjektiv und punktuell
Erster Stopp war das Hotel Flamingo Bay. Hütten auf Stelzen über Stege verbunden - dort habe ich die erste Nacht verbracht. Ein wunderbarer Ort um seine Flitterwochen zu verbringen und selbst bei trübem Wetter strahlt es viel Romatik aus.

Bereits am nächsten Tag ging es weiter, allerdings nur ein paar Kilometer. Die Barra Lodge war das Ziel, so beliebt, dass sie für die erste Nacht ausgebucht gewesen war. Eine tolle Hotelanlage mit eigenem Häuschen für jeden und einem endlosen Sandstrand vor der Tür. Ich habe die Seele baumeln lassen, viel gelesen und alles um mich herum vergessen. Jedoch war ich nicht völlig untätig sondern habe mich getraut und war tauchen. Ja richtig, ich, die doch immer so Angst vor dem Wasser hatte und den blutrünstigen Viechern darin, die mich alle fressen wollen. Und was soll ich sagen - ich will es unbedingt wieder tun. Der Anfang war schwer und kostete mich einige Überwindung. Aber einmal unten, sich auf und ab treiben lassen, kleine Blubberbläschen nach oben steigen lassen, die Sonne die auf der Wasseroberfläche glitzert und viele verschiedene große und kleine Fische um mich herum - es war toll. Eine ganz andere Welt, so nah an unserer und doch so fern und anders.
Die ganzen vier Tage waren so - ganz anders, sehr friedlich und irgendwie in Zeitlupe.

Doch irgendwann hiess es "Auf nach Maputo". Diese Stadt wirkte auf mich oft recht trostlos und grau. Doch immer wieder gibt es kleine Inseln, sei es ein Park, ein Kulturzentrum oder ein Museumsgarten - eine ganz andere Welt tut sich auf. Die Menschen sind auch hier wie überall sehr freundlich, doch ich weiss sie nicht recht einzuschätzen und bin oft unsicher, was auch an der Sprachbarriere liegen mag.


Ich möchte gerne wieder nach Mosambik fahren, mir Zeit nehmen, um nicht nur alles vom Strassenrand aus zu beobachten. Ich habe eine Ahnung davon, warum viele Menschen so begeistert sind von diesem Land und vielleicht habe ich ja mal Gelegenheit, diese Begeisterung zu teilen.