Nadja in der Schweiz

12 Juni, 2007

Aletschgletscher

Vergangenen Sonntag sind Mike und ich mal ganz früh aufgestanden, haben uns Brote geschmiert, ein paar Äpfel und Farmerstängel (Müsliriegel) in den Rucksack gesteckt, die Wanderschuhe fest geschnürrt und sind zum Bahnhof gestiefelt.
Nach 3,5h Fahrt, die ob der schönen Aussicht wie im Fluge vergingen, kamen wir in Fiesch im tiefsten Wallis an. Noch mit der Gondel zur Mittelstation und uns erschloss sich eine wundervolle Aussicht über die Berge.

Mike im Zug

Aussicht von der Mittelstation mit ein paar Paraglidern

Dann wanderten wir los. Gemütlich aber stetig ging es bergan und wir kamen trotz kühler werdender Temperaturen tüchtig ins Schwitzen. Vor zwei Wochen gab es in der Schweiz einen kurzen Wintereinbruch mit Schneefällen von teilweise 80cm an einem Wochenende. Und so war auch unsere Pfad teilweise von Schneefeldern verdeckt.

... übers Schneefeld

Am Grat angekommen sahen wir das Ziel unseres Ausfluges dann zum ersten Mal, den Aletsch Gletscher, allerdings noch aus der Ferne. Doch bereits dieser Anblick war unglaublich. Wie sich diese urzeitlichen Eismassen durch das Tal schieben, das finde ich total beeindruckend.

Mike, ich und der Aletsch Gletscher im Hintergrund

Wir machten uns an den Abstieg, hatten jedoch noch mehr Schnee als zuvor aunf dem Weg, dessen Verlauf teilweise nur durch die Markierungsstangen ersichtlich war. Wir kämpften uns wacker vorwärts , versanken manchmal bis zur Hüfte im Schnee und hatten einen Heidenspass.
Im Tal bei einem Bergsee machten wir Rast und liefen dann gut gestärkt weiter bis zum Gletscher.

Am Bergsee

Blick auf den Aletsch Gletscher

Der Abstieg bis an den Rand des Gletschers ist an dieser Stelle leider nicht möglich, aber selbst aus dieser nun geringeren Distanz sieht man bereits die Gletscherspalten. Zudem kann man an den Seitenwänden des Tales gut erkennen, wieviel höher der Gletscher mal gewesen ist. Fast unglaublich, wenn man bedenkt, dass das Eis auch heute noch bis zu 900m beträgt. Aber vielleicht sollte ich eher sagen "nur", denn auch der Aletsch schmilzt wegen der Erderwärmung und wird immer kürzer und flacher. Den heutigen Anblick werden wir wohl so in 30 Jahren nicht mehr geniessen können.
Von hier wollten wir eigentlich seitlich im Gletschertal entlang wandern, allerdings war dieser Weg aufgrund der Schneefälle nur schwerlich passierbar. Also ging es wieder da lang wo wir hergekommen waren. Diesmal jedoch nicht über den Berg sondern durch einen Tunnel. Das fand ich ganz unglaublich, da war einfach Fussgängertunnel durch den Berg gebort worden. So liefen wir 20min durch einen dunkle und feuchte Röhre, um am Ende auf der anderen Seite des Berges wieder in die Sonne zu blinzeln. Hier war es merklich wärmer, denn die vom Gletscher abgestrahlte Kälte fehlte natürlich. Wir genossen dann noch einmal das schöne Panorama, bevor es mit Gondel und Zug und erschöpften Beinen wieder zurück nach Zürich ging.


Zum Abschluss noch eine Bemerkung zum Post "Schweizerdeutsch": Nach diesem Ausflug ins Wallis muss ich gestehen, dass es doch (auch für mich!) deutlich hörbare Unterschiede im Dialekt gibt. Die nette Billetverkäuferin an der Gondel sprach für mich vollkommen unverständlich und erst recht die Gäste am Nebentisch im Restaurant, wo wir noch einen kleinen Imbiss vor der Rückfahrt nahmen. Aber zu meinem Trost ist das Walliser Deutsch auf für Schweizer recht schwer verständlich. Ist wahrscheinlich so wie Urbayrisch für Berliner, hihi.

Habt eine gute Woche,
Eure Nadja

09 Juni, 2007

Berlin mit Familie Späth

Eine Weile liegt der Besuch in der Heimat zwar schon zurück, aber ich will euch dennoch ein paar Bilder nicht vorenthalten.
Mitte Mai war es, dass Mike, sein Bruder Simon mit seiner Freundin Giulia und die Schwester Dominique sich mit dem Auto von Schaffhausen auf den Weg machten und zu mir nach Berlin fuhren. Ich war bereits ein paar Tage früher geflogen, da ich (mal wieder, aber vorerst auch zum letzten Mal) zum Zahnarzt musste. Meine Mutter war für ein verlängertes Wochenende verreist, sodass wir die Wohnung für uns hatten und uns richtig breit machen konnten.
Obwohl alle schon einmal in Berlin gewesen sind, haben wir ein bissel auf Touri gemacht. Am Freitag waren wir im Reichstag und konnten sogar in den Plenarsaal während einer Sitzung. Mein Dank gilt an dieser Stelle der lieben Franzi, mussten wir uns nicht in die lange Schlange am Eingang einreihen, sondern durften daran vorbei direkt zum Eingang für angemeldete Besucher und mussten somit gar nicht warten. Oben auf dem Dach waren wir auch und hatten einen schönen Blick über die Stadt, wurden dabei von den starken Windböen jedoch recht durchgepustet.

Niki und ich

Auf dem Reichstagsdach

Samstag waren wir erst im Prenzelberg ein bissel shoppen und sind dann anschliessend zu meinem Papa nach Lichtenrade, wo wir wegen Regen leider nicht auf der Terrasse grillen konnten, aber dennoch mit allerlei leckeren Fressereien förmlich gemästet wurden. So rollten wir von dort ganz gemächlich am Abend zum Postdamer Platz, denn wir hatten Karten für die BlueManGroup. Ich fand es total klasse und liess mich vom Rhythmus und den Farben mitreissen. Anschliessend liessen wir den Tag in der Erdbeerbar bei Erdbeerdaiquiries und Watermelonman ausklingen.
Sonntag liessen wir den Tag gemütlich beim Brunchen am Kollwitzplatz beginnen. Der Tipp von Mel ins Belluno zu gehen, erwiess sich als grandios, denn es erwartete uns ein super Buffett mit kalten und warmen Speisen aus dem Mittelmeerraum. Glückskinder waren wir auch, konnten wir doch einen Platz auf der Terrasse ergattern, obwohl wir nicht reserviert hatten. Später stiessen noch die Lotte mit dem Gustav und die Mel zu uns. So mit Kleinkind dabei, passten wir auch sehr gut in die Prenzelberger Szene. Später haben wir dann eine Bootstour auf der Spree gemacht, vom Dom bis zum Spreebogen und zurück. Bei schönem Wetter geniesse ich es jedes Mal und auch für Berliner ist es durchaus interessant, denn die Perspektive vom Wasser hat man ja auch nicht täglich. Krönender Abschluss war das Abendessen beim Sushiman, was jedoch vor allem für Mike und mich galt, denn die anderen sind keine Fans von diesem Gaumenschmauss. Umso mehr blieb für uns!

Ein echter Picasso am Plattenbau, wer hätte das vermutet?!

Montag zogen die Späth Geschwister dann alleine los. Zuerst ging es in die Berliner Unterwelten, eine Führung durch die Zivilschutanlagen am Bahnhof Gesundbrunnen. Ich war schon einmal mit Jule und Björn da und unsere einhellige Meinung ist 'Sehr empfehlenswert'. Anschliessend ging es noch ins DDR Museum und es war wohl recht informativ, was sie erzählt haben. Zum Abschluss noch ein Eis in der besten Eisdiele der Stadt, die Kleine Eiszeit, und dann mussten Simon, Giulia und Dominique bereits auf den Nachtzug nach Zürich.
Für Mike und mich hiess es am nächsten Morgen mein Bett in das Auto zu verladen, sowie diversen andern Kram von mir und dann machten wir uns auf den Weg quer durch Deutschland zurück in die Schweiz.
Es war ein tolles und gleichzeitig anstrengendes Wochenende, wir haben viel gesehen und erlebt, noch mehr gegessen und eine Menge Spass gehabt. Danke an alle, die es uns schön gemacht haben! Dank an alle Fahrradausleiher, Stadtführer, Kochkünstler, Unterschlupfgewährer und lieben Freunde!

Für mich heisst es Ende Juli wieder "Herzlich willkommen in Berlin Tegel. Bitte bleiben Sie so lange angeschnallt bis die Anschnallzeichen erloschen sind und wir unserer endgültige Parkposition erreicht haben". Dann bleibe ich für knapp zwei Wochen. Tagsüber werde ich wohl in der Bibliothek sitzen und an meiner Diplomarbeit schreiben, aber an den Abenden und am Wochenende bleibt ja noch viel Zeit. Zum auf den Flohmarkt am Mauerpark gehen, mal wieder im F'hain grillen und meine lieben Freunde in Ruhe zu treffen und gemütlich zu quatschen.

Lasst es euch gut gehen. Bis bald,
Eure Nadja