Nadja in der Schweiz

13 Februar, 2008

Start in 2008

So neu ist das Jahr gar nicht mehr und so will auch ich mal wieder etwas von mir hören lassen.
Nach erfolgreichem Abschluss meines Studiums bin ich nun auf der Suche nach einer interessanten und gutbezahlten Anstellung und hoffe, dass es nicht in einer Suche nach der "eierlegenden Wollmilchsau" ausartet. Momentan sieht es aber nicht so aus - was genaues weiß man noch nicht, aber ich bin guter Hoffnung!

Derzeit befinde ich mich allerdings in den Ferien, etwas was ich sonst ja eher selten tue. Haha! Mike, seine Familie und ich genießen die perfekten Schneeverhältnisse in der Jungfrauregion. Jeden Morgen schwingen wir uns auch unsere Ski und düsen den Tag über die verschiedenen Hänge hinunter, der eine mehr der andere weniger elegant. Dabei geniessen wir eines oder sogar das schönste Panorama der Schweiz - Eiger, Mönch und Jungfrau. Abends ein wenig Wellness, anschließend Dinner und zum Abschluss noch ein Jass. Das Leben meint es wirklich gut mit uns!

Eigernordwand, Mönch und Jungfrau (v.l.n.r.)

Mit diesem schönen Bild, was zugegebenermaßen bereits im vergangenen Jahr von mir aufgenommen wurde, aber es steht dem aktuellen Anblick in Nichts nach, verabschiede ich mich für dieses Mal.

Liebe Grüsse Eure Nadja

28 Dezember, 2007

Brrr....

...war meine erste Reaktion, als ich am Montag den 17. Dezember nach knapp 24h Reisezeit meine Füsse wieder auf Berliner Boden setzte. Gut, dass Papa einen dicken Pulli zum Flughafen mitgebracht hatte.
Irgenwie hatte ich mir trotz allem eine kräftige Erkältung eingefangen und mein an einer Olive zerbrochene Zahn plagte mich zusätzlich. So verbrachte ich die nächsten zwei Tage damit von russischen Sprechstundenhilfen verwirrt zu werden - " Ihr Arzt ist nicht da, unser Arzt ist nicht da. Fragen Sie mich warum!" - oder als Anschauungsobjekt für technische Neuerungen - " Das was die Frau da hat ist ein Laptop. Was du immer in der Werbung siehst und nicht kennst." (ein älterer Patient zu seiner Frau im Sprechzimmer).
Mit Antibiotika und guten Wünschen ausgestattet, hab ich dann daheim noch eine passable Präsentation hinbekommen. Diese trug im am Donnerstag an der Uni vor und verliess das Gebäude als diplomierte Volkswirtin. Nun habe also auch ich es geschafft. Danke an dieser Stelle an meine zahlreichen Unterstützer, wobei ich besonders Mike, Jule, Jana, Thomas und meinen Eltern danken möchte - für sowohl fachliche Unterstützung als auch der wichtige moralische Beistand!!!
Der Tag fand seinen krönenden Abschluss auf der Eisbahn auf dem Bebelplatz, wo Jule und ich uns als Eisprinzessinnen outeten, und dem anschliessenden Weihnachtsdinner mit Nadine, Jonas und Jule im besten Sushirestaurant Berlins.

Sind wir nicht grazil?


Freitag ging es dann wieder in die Schweiz zurück und die Wiedersehensfreude mit Mike war soooooo groß. Die Feiertage waren sehr friedlich und nicht von übermässiger Völlerei geprägt. Am zweiten Feiertage rieselte dann auch noch Schnee aus den Wolken und machte die Atmosphäre noch weihnachtlicher.
Jetzt gehe ich gleich mal raus und versuche den Mike einzuseifen. Vermutlich wird es in einer schlimmen Niederlage für mich enden - wie immer. Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch in 2008 und noch ein paar schöne, freie Tage.

Eure Nadja

Leider...

... geht auch der schönste Urlaub irgendwann zu Ende und so hiess es am Sonntag 16. Dezember für mich, Abschied nehmen von Kapstadt, Südafrika, neuen liebgewonnenen Menschen und einer wundervollen, unbeschwerten Zeit. Tags zuvor hatten Jule und ich es uns nochmal so richtig gut gehen lassen. Wir haben einen Tag im Mangwanani Spa inmitten der Weinberge von Zewenwacht verbracht. Wir kannten Zewenwacht bereits von meinem Geburtstag, an dem wir dort eine Hot Stone Massage genossen haben. Diesmal gab es das volle Programm - wir wurden von oben bis unten massiert, eingeölt, abgerubbelt und einfach total verwöhnt.


Am Abend fuhren wir ein letztes Mal nach Kapstadt zum Abendessen und es schien, als wolle sich die Stadt mit einem letzten fulminanten Sonnenuntergang von mir verabschieden. Am Sonntag hat es dann auch nur geregnet.

Bye bye Cape Town

ICH KOMME WIEDER!!!

11 Dezember, 2007

Ein gewöhnlicher Sonntag

Zu Hause gehört für mich dazu ein gutes Abendessen und Tatort. Aber ich bin ja nicht daheim und das Wetter ist viel zu schön, um drinnen zu bleiben. Was macht man in Kapstadt also an einem sonnigen Sonntag? Eine Weintour.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es los. Stellenbosch und Umgebung sind das Ziel, denn hier ist ein Weingut neben dem anderen und man weiss eigentlich gar nicht, wo man zuerst anhalten soll. Wir waren auf drei verschiedenen Weingütern.

Neethlingshof - sehr herrschaftlich, mit einer Allee als Auffahrt und Kunst im Garten.

Morgenhof - romantisch, mit alten Pferdeställen und einer grossen Wiese.

Moratie - verwunschen, ein Garten wie im Märchen und dicken Spinnenweben im Weinkeller.


Auf jedem Gut gibt es eine Auswahl von Weinen, die man testen kann und anschliessend auch kaufen. Bei meinem ersten Winetasting vor ein paar Wochen war ich noch unsicher. Was muss ich machen? Worauf achten? Ich kenne mich doch gar nicht aus. Aber es ist ganz einfach: Zuerst schaut man, ob die Farbe gefällt. Dann steckt man die Nase richtig tief ins Glas, sie sollte allerdings trocken bleiben, und riecht. Meist merkt man schon dann, ob der Wein gefällt oder nicht. Dann wird probiert. Nicht das ganze Glas austrinken, sonst schafft man ja nicht mal ein komplettes Tasting. Und dann ist es Geschmackssache - mag man lieber kräftig oder leicht, süss oder pfeffrig. Es gibt so viele Adjektive, um Wein zu beschreiben. Und auch ich bin zu einem richtigen Geniesser geworden.

Mozambique

Eine Woche reicht nie und nimmer!
7 Tage habe ich in Mozambique verbracht. Zuerst am Strand in Inhambane und anschliessend 2 Tage in der Hauptstadt Maputo. Doch wenn man mich jetzt fragt, was das für ein Land ist, da an der Westküste von Afrika, müsste ich leider passen. In der kurzen Zeit habe ich zu wenig gesehen, um Auskunft geben zu können. Was ich schildern kann, sind die verschiedenen Eindrücke, ganz subjektiv und punktuell
Erster Stopp war das Hotel Flamingo Bay. Hütten auf Stelzen über Stege verbunden - dort habe ich die erste Nacht verbracht. Ein wunderbarer Ort um seine Flitterwochen zu verbringen und selbst bei trübem Wetter strahlt es viel Romatik aus.

Bereits am nächsten Tag ging es weiter, allerdings nur ein paar Kilometer. Die Barra Lodge war das Ziel, so beliebt, dass sie für die erste Nacht ausgebucht gewesen war. Eine tolle Hotelanlage mit eigenem Häuschen für jeden und einem endlosen Sandstrand vor der Tür. Ich habe die Seele baumeln lassen, viel gelesen und alles um mich herum vergessen. Jedoch war ich nicht völlig untätig sondern habe mich getraut und war tauchen. Ja richtig, ich, die doch immer so Angst vor dem Wasser hatte und den blutrünstigen Viechern darin, die mich alle fressen wollen. Und was soll ich sagen - ich will es unbedingt wieder tun. Der Anfang war schwer und kostete mich einige Überwindung. Aber einmal unten, sich auf und ab treiben lassen, kleine Blubberbläschen nach oben steigen lassen, die Sonne die auf der Wasseroberfläche glitzert und viele verschiedene große und kleine Fische um mich herum - es war toll. Eine ganz andere Welt, so nah an unserer und doch so fern und anders.
Die ganzen vier Tage waren so - ganz anders, sehr friedlich und irgendwie in Zeitlupe.

Doch irgendwann hiess es "Auf nach Maputo". Diese Stadt wirkte auf mich oft recht trostlos und grau. Doch immer wieder gibt es kleine Inseln, sei es ein Park, ein Kulturzentrum oder ein Museumsgarten - eine ganz andere Welt tut sich auf. Die Menschen sind auch hier wie überall sehr freundlich, doch ich weiss sie nicht recht einzuschätzen und bin oft unsicher, was auch an der Sprachbarriere liegen mag.


Ich möchte gerne wieder nach Mosambik fahren, mir Zeit nehmen, um nicht nur alles vom Strassenrand aus zu beobachten. Ich habe eine Ahnung davon, warum viele Menschen so begeistert sind von diesem Land und vielleicht habe ich ja mal Gelegenheit, diese Begeisterung zu teilen.

20 November, 2007

Verkuerzte Garden Route

Unglaublich - so viel innerhalb so kurzer Zeit - das habe ich noch nie erlebt.
Jule und ich haben uns ein tolles Wochenende gemacht. Bevor wir aber am Freitagnachmittag gestartet sind, haben wir es noch den Lionshead erklommen. Das ist ein kleiner Berg neben dem Tafelberg, der die Form eines Loewen hat - daher auch der Name. Von oben hat man einen wunderschoenen Blick ueber Kapstadt und die Umgebung und auch auf den Tafelberg. Der sieht uebrigens wirklich jeden Tag anders aus, genau wie Jule es mir gesagt hat. Oft haengen Wolken darueber, die wie von unsichtbarer Hand an den schroffen Felskanten herunterzogen werden. Und gestern war der ganze Berg eine riesige Wolkenwand, die fast apokalyptisch anmutete. Jetzt gerade truebt aber nichts die Sicht.

Wolken auf dem Tafelberg

Auf der Spitze des Lionshead und die Stadt unter mir

Spaeter ging es los ins nahe Stellenbosch. Das ist eine super schoene kleine Universitaetsstadt mitten im Wineland. Nach einem delikaten Dinner sassen wir auf einer Decke mitten in einem Weinberg, haben leckeren Wein getrunken, eine wunderbarer Sternenhimmel ueber uns - ich kann es mir gar nicht schoener vorstellen. Samstag ging es dann 'on the road', wo wir die freie Fahrt genossen. Oftmals hatten wir weder ein Auto vor noch hinter uns, soweit der Blick reicht. Es ging auf der R62, einer wahren Panoramastrasse mit sich staendig veraendernden Landschaften - mal karge Steppe, dann wieder gruene Huegel oder schroffe Canyons - Richtung Outshoorn.

Leere, weite Strassen

Kurzer Stopp mit heissen Fuessen

In Barrydale legten wir eine kurze Mittagspause ein und erhielten neben einer Mahlzeit gleich noch eine Empfehlung fuer die Uebernachtung in Outshoorn. Ein paar Kilometer hinter der Stadt kehrten wir in der Thabile Lodge ein. Kenny und Lan waren wundervolle Gastgeber, das Essen Haute Cousine - insbesondere das Dessert - und die Atmosphaere loesst jeglichen Stress sofort in Luft aus, wenn man den welchen hat. Nach einer sehr erholsamen Nacht standen wir recht frueh auf und besichtigten die Farm, halfen mit ein paar entlaufene Gaense einzufangen und konnten zusehen, wie kleine Huehner sich anstrengen die harte Schale des Eis zu durchbrechen.

Blick von unserem kleinen Haeuschen

Farmland soweit das Auge reicht und ein paar Strausse mit Jungen

Schweren Herzen verabschiedeten wir uns nach dem Fruehstueck, allerdings nicht ohne das Versprechen wiederzukommen. Wir machten uns auf den Weg zu den Kango Caves einem Labyrinth von Tropfsteinhoehlen, die wir auf der Adventure Tour zum Teil auf allen vieren vorwaertskriechend erkundeten.
Dann hiess es auch schon wieder 'back home to Cape Town' nicht jedoch ohne einen kurzen Badestopp am Indischen Ozean einzulegen.

Erlebnisreich, beeindruckend, entspannend und unvergesslich - dies sind nur einige Worte um dieses Wochenende zu beschreiben.

11 November, 2007

Verdiente Erholung

Es ist vollbracht. Ich habe meine Diplomarbeit fertig geschrieben und abgegeben. Es brauchte eine Weile, bis ich realisierte, dass ich nun nicht mehr allabendlich bis in die Puppen vor meinem Laptop sitzen muss.

Der beste Weg zum Abschalten ist ein Ortswechsel. So habe ich mich am vergangenen Montag in eine Maschine von Turkish Airways gesetzt und knapp 24h spaeter suedafrikanischen Boden betreten. Sechs Wochen werde ich auf diesem mir neuen Kontinent verbringen. Mein liebstes Julchen hat sich wirklich einen schoenen Flecken Erde ausgesucht.

Wieder vereint!

In meinen ersten Tagen habe ich bereist soviel gesehen, dass ich gar nicht weiss, wo beginnen. Vorgestern hatte die Jule frei und wir haben einen Ausflug gemacht. Mit ihrem Willi (ein Auto) ging es los an der Kueste entlang. Immer wieder ein kleiner Stopp, wie hier in ??? (gerade mag mir der Name nicht einfallen, aber ich werde ihn nachtragen), wo wir ein bissel am Strand entlang spaziert sind und die Surfer beobachtet haben.

Farbenfrohe Huetten am Strand

Dann ging es weiter Richtung Cape Point und Kap der Guten Hoffnung. Das Wetter war etwas wechselhaft aber wunderschoen. Eine frische Brise vertrieb mir ganz schnell alle Gedanken an Wachstumsraten, Diplomarbeit und Termindruck. Innerhalb von 2 Tagen bin ich total entspannt, was nicht zuletzt an Jule und ihrer entspannten Art liegt, ganz wie alle anderen Kapstaedter.
Soooo weit weg von daheim

Stuermische See am Kap der Guten Hoffnung

Kulinarisch ist Suedafrika eine Offenbarung - so viel frischen und schmackhaften Fisch kann ich gar nicht essen, wie ich mag. Und das Wild erst!!! Warzenschwein ist so zart, es zerfliesst foermlich auf der Zunge, Strauss und Gemsbock sind einfach total lecker. Und ich kann wieder meiner Papayasucht froenen wie in Indien.

Jetzt muss ich mal los, denn gleich starten die Jule, der Willi und ich auf eine einwoechige Tour entlang der Garden Route Richtung Port Elizabeth.
Geschichten und Photos dieser Reise gibt es in der naechsten Woche an dieser Stelle.

Lasst es euch gut gehen und esst ein paar Plaetzchen fuer mich mit!

18 September, 2007

Lang ist es her, seit ich hier mal wieder etwas geschrieben habe.
Momentan stecke ich auch mitten in meiner Diplomarbeit und habe den Kopf daher recht voll mit Entwicklungshilfe, Motiven von Gebern, ökonometrischen Modellen und lauter so Zeugs.
Zwischendrin war ich auch mal ein paar Tage zum Ausspannen in Italien und das war echt super. Zusammen mit Giulia, Simon und Mike hatte ich eine schöne Zeit - wir haben ein bissel am Strand gelegen, die Cinque Terre Wanderung gemacht und total lecker gegrillt, mit fangfrischen Calamari und einem ganz leckeren Fisch, dessen Name mir gerade partout nicht einfallen will.
Grillen auf der Terrasse

Eines der Dörfer auf dem Cinque Terre Weg

Vorbereitung auf eine kleine Bootstour

Und am letzten Wochenende war ich endlich mal in der Romandie! Ich konnte sogar meine Französischkenntnisse testen - man hat mich zumindest verstanden. In Môtiers gab es eine Ausstellung unter freiem Himmel. Die Kunstwerke waren im ganzen Ort und den umliegenden Wäldern verstreut, sodass man eine schöne Wanderung machen kann. Am Ende des Rundganges wartet eine Eisverkäuferin mit selbstgemachter Absinthglace.

Bilder einiger Kunstwerke:
Der Wald dort ist märchenhaft!
Wer hat schon mal auf einer Schaumstoffbrust gesessen?

Mein Privatleben ist noch nicht gänzlich zum Erliegen gekommen, aber es stimmt schon, dass die Zeit der Diplomarbeit eine sehr einsame Zeit ist. Mein Befinden schwankt zwischen freudiger Zuersicht, Verzweiflung, panischer Angst und Lethargie. In sechs Wochen wird das alles vorbei sein, wobei diese Aussicht bei mir sowohl Erleichterung als auch Beklemmung bewirkt.

Danke an alle, die mir mit Anrufen und Karten immer wieder Mut machen und mich motivieren. Das hilft mir unheimlich.

Lasst es euch gut gehen und die nächsten Nachrichten kommen dann wohl nach der Abgabe meiner Arbeit und dann vermutlich aus Südafrika.

12 Juni, 2007

Aletschgletscher

Vergangenen Sonntag sind Mike und ich mal ganz früh aufgestanden, haben uns Brote geschmiert, ein paar Äpfel und Farmerstängel (Müsliriegel) in den Rucksack gesteckt, die Wanderschuhe fest geschnürrt und sind zum Bahnhof gestiefelt.
Nach 3,5h Fahrt, die ob der schönen Aussicht wie im Fluge vergingen, kamen wir in Fiesch im tiefsten Wallis an. Noch mit der Gondel zur Mittelstation und uns erschloss sich eine wundervolle Aussicht über die Berge.

Mike im Zug

Aussicht von der Mittelstation mit ein paar Paraglidern

Dann wanderten wir los. Gemütlich aber stetig ging es bergan und wir kamen trotz kühler werdender Temperaturen tüchtig ins Schwitzen. Vor zwei Wochen gab es in der Schweiz einen kurzen Wintereinbruch mit Schneefällen von teilweise 80cm an einem Wochenende. Und so war auch unsere Pfad teilweise von Schneefeldern verdeckt.

... übers Schneefeld

Am Grat angekommen sahen wir das Ziel unseres Ausfluges dann zum ersten Mal, den Aletsch Gletscher, allerdings noch aus der Ferne. Doch bereits dieser Anblick war unglaublich. Wie sich diese urzeitlichen Eismassen durch das Tal schieben, das finde ich total beeindruckend.

Mike, ich und der Aletsch Gletscher im Hintergrund

Wir machten uns an den Abstieg, hatten jedoch noch mehr Schnee als zuvor aunf dem Weg, dessen Verlauf teilweise nur durch die Markierungsstangen ersichtlich war. Wir kämpften uns wacker vorwärts , versanken manchmal bis zur Hüfte im Schnee und hatten einen Heidenspass.
Im Tal bei einem Bergsee machten wir Rast und liefen dann gut gestärkt weiter bis zum Gletscher.

Am Bergsee

Blick auf den Aletsch Gletscher

Der Abstieg bis an den Rand des Gletschers ist an dieser Stelle leider nicht möglich, aber selbst aus dieser nun geringeren Distanz sieht man bereits die Gletscherspalten. Zudem kann man an den Seitenwänden des Tales gut erkennen, wieviel höher der Gletscher mal gewesen ist. Fast unglaublich, wenn man bedenkt, dass das Eis auch heute noch bis zu 900m beträgt. Aber vielleicht sollte ich eher sagen "nur", denn auch der Aletsch schmilzt wegen der Erderwärmung und wird immer kürzer und flacher. Den heutigen Anblick werden wir wohl so in 30 Jahren nicht mehr geniessen können.
Von hier wollten wir eigentlich seitlich im Gletschertal entlang wandern, allerdings war dieser Weg aufgrund der Schneefälle nur schwerlich passierbar. Also ging es wieder da lang wo wir hergekommen waren. Diesmal jedoch nicht über den Berg sondern durch einen Tunnel. Das fand ich ganz unglaublich, da war einfach Fussgängertunnel durch den Berg gebort worden. So liefen wir 20min durch einen dunkle und feuchte Röhre, um am Ende auf der anderen Seite des Berges wieder in die Sonne zu blinzeln. Hier war es merklich wärmer, denn die vom Gletscher abgestrahlte Kälte fehlte natürlich. Wir genossen dann noch einmal das schöne Panorama, bevor es mit Gondel und Zug und erschöpften Beinen wieder zurück nach Zürich ging.


Zum Abschluss noch eine Bemerkung zum Post "Schweizerdeutsch": Nach diesem Ausflug ins Wallis muss ich gestehen, dass es doch (auch für mich!) deutlich hörbare Unterschiede im Dialekt gibt. Die nette Billetverkäuferin an der Gondel sprach für mich vollkommen unverständlich und erst recht die Gäste am Nebentisch im Restaurant, wo wir noch einen kleinen Imbiss vor der Rückfahrt nahmen. Aber zu meinem Trost ist das Walliser Deutsch auf für Schweizer recht schwer verständlich. Ist wahrscheinlich so wie Urbayrisch für Berliner, hihi.

Habt eine gute Woche,
Eure Nadja